TV Tipp des heutigen Tages

    Leben mit vermischten Sinnen

    Die Welt der Synästhetiker

    A, 2015, 52 Min.

    Wer Farben “hört” oder Klänge “sieht”, galt früher als “krank”. Heute sind synästhetische Fähigkeiten interessant für die Hirnforschung und für Künstlerinnen und Künstler Inspirationsquelle.”Synästhetiker” fühlen sich dadurch ernstgenommen und wagen zunehmend den Schritt in die Öffentlichkeit. Im Film berichten sie unter anderem von farbig wahrgenommenen Buchstaben oder von diversen Geruchs- und Tasterlebnissen.Zu Wort kommen unter anderen Marc Jaques Mächler, Pflanzenökologe aus Zürich und Autor des Kinderbuches “Wenn die Vögel violett singen”, der Psychiater Markus Zedler von der Medizinischen Hochschule Hannover und der Synästhetiker Eckhard Freuwört. Freuwört erinnert daran, dass es im Nationalsozialismus sogar lebensgefährlich für Synästhetiker sein konnte, sich zu ihren besonderen Fähigkeit zu bekennen: Eine seiner Verwandten wurde nach ihrem Bekenntnis von den Nationalsozialisten ermordet. Ewald Moser vom Exzellenzzentrum für Hochfeld-Magnetresonanz in Wien und Jürgen Sandkühler vom Zentrum für Hirnforschung, ebenfalls in Wien, stellen die Ergebnisse ihrer wissenschaftlichen Arbeit vor, und Christian Meyer vom “Arnold Schönberg Center” erzählt vom Briefwechsel zwischen dem Musiker Schönberg und dem Maler Wassily Kandinsky, in dem Synästhesie ein wiederkehrendes Thema war. Pit Noack arbeitet an einer eigenen Programmiersprache, in der algorithmische Zahlenfolgen musikalisch interpretiert werden sollen. Vom selben Ansatz geht auch die Medienwissenschaftlerin …
    Drehbuch: Gerald Teufel